Apr
13

 

Hannah Arendt

geboren am 14. Oktober 1906 in Hannover

deutsch- amerikanische politische Philosophin

die Jüdin flüchtete 1933 aus Deutschland vor den Nationalsozialisten

studierte in Marburg, Freiburg und Heidelberg, bei Heidegger, Husserl und Jaspers

hatte eine Affäre mit Martin Heidegger

heiratete 1929 Günther Stern der auch unter dem Pseudonym Günther Anders bekannt ist

Aufgrund des Nationalsozialismus emigrierte Günther Stern nach Paris, Arendt folgte ihm

Schließlich trennte sie sich von Stern

Heiratete später Heinrich Blücher

1941 reiste sie mit ihrer Mutter und ihrem Mann nach New York

arbeitete als Journalistin

wurde bald als politische Philosophin in den USA bekannt

unterrichtete als Professorin und Gastprofessorin an vielen Universitäten

starb am 4. Dezember 1975 in New York

Apr
13

geboren am 26. September 1889 in MeßkirchMartin Heidegger

studierte ab 1909 Theologie

ab 1911 studierte er Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie

heiratete 1917 Elfriede Petri

assistierte bei Edmund Husserl

war befreundet mit Karl Jaspers

veröffentlichte 1927 sein Hauptwerk „Sein und Zeit“

er schätzte an Adolf Hitler dessen Bereitschaft zum Handeln

schloss sich 1933 der NSDAP an

wurde Rektor an der Freiburger Universität

1934 zog er sich zurück

wurde „verdrängt“ da er die Rassenlehre und andere Dinge der NSDAP nicht akzeptierte

arbeitete dann an seinem 2. Hauptwerk „Beiträge zur Philosophie“, dies wurde jedoch erst 1989 veröffentlicht

1947 wurde ihm die Lehrbefugnis entzogen, die er allerdings 1950 wieder erhielt

1959 erhält er von der Stadt Meßkirch die Ehrenbürgerschaft

bis 1967 hielt er Seminare in Freiburg

starb am 26. Mai 1976 in Freiburg

Apr
13

1925, die 18jährige Studentin Hannah Arendt studiert an der Universität in Marburg. Ihr 35jähriger Lehrer Martin Heidegger ist sofort fasziniert von ihr und verliebt sich in sie. In einem Brief teilt Heidegger ihr mit welche Gefühle er für sie hat und die junge Hannah Arendt, beeindruckt von seinem Charme, lässt sich auf eine Affäre mit ihrem 17 Jahre älteren, verheirateten Lehrer ein. Von Beginn an ist die Beziehung widersprüchlich und stark philosophisch beeinflusst. Doch trotz jeglicher Widerstände wollen sie ihre Liebe leben. Heidegger gefährdet durch diese Affäre sowohl seine Ehe, als auch seine Karriere. Nichts desto trotz wird er häufig als Egoist beschrieben, der Arendt ausgenutzt und sie in ihrer Entwicklung gehemmt hat. Obwohl er scheinbar starke Gefühle für Arendt hatte, ist er in der Beziehung als reifer, erfahrener Lehrer der Dominantere und übt in gewisser Hinsicht Druck auf Hannah Arendt aus. Sie verlässt sogar 1926 als es für Heidegger zu gefährlich wird Marburg. Jedoch trennt sie sich relativ schnell wieder von ihm, was mehrere Gründe gehabt haben könnte. Zum einen konzentrierte sich Heidegger sehr auf seine Arbeit und hatte sehr wenig Zeit für sie und zum anderen gefährdete die Affäre seinen Ruf in der Gesellschaft, worauf Arendt möglicherweise Rücksicht nahm und sich deshalb von ihm trennte.

In einem Brief an Heidegger schrieb Arendt 1926:

„Ich hätte mein Recht zum Leben verloren, wenn ich meine Liebe zu Dir verlieren würde, aber ich würde diese Liebe verlieren und ihre Realität, wenn ich mich der Aufgabe entzöge, zu der sie mich zwingt.“

Nach dieser ersten Trennung heiratet Arendt 1929 Günther Stern.

 Arendt und Stern

Foto:
Hannah Arendt mit ihrem
ersten Ehemann Günther Stern.

Apr
13

 

 

 

 

 

mh1950b.jpg

In der widersprüchlichen Beziehung die 1925 beginnt, bemerkt die junge Hannah Arendt nicht, dass Heidegger sie zu beherrschen versucht, sondern glaubt, dass er sie beschützen möchte. Die Gefühle sind auf beiden Seiten sehr intensiv. So schreibt Heidegger in einem Brief an Arendt, dass er denkt:arendt.jpg
„dass die Welt nicht mehr meine und Deine, sondern unsere geworden ist – dass, was wir tun und leisten, nicht dir und mir, sondern uns gehört“.
Auch nach der Trennung bricht der Kontakt nicht ganz ab, so schreibt Hannah Arendt ihm zwei Jahre nach der Trennung:
„Ich liebe Dich wie am ersten Tag – das weißt Du-, und das habe ich immer, auch vor diesem Wiedersehen, gewusst. Der Weg, den Du mir zeigtest, ist länger und schwerer als ich dachte. Er verlangt ein ganzes langes Leben.“
In gewisser Hinsicht sehen sie diese Art von Kontakt als eine Herausforderung. Als sich Heidegger jedoch dem Nationalsozialismus zuwendet und Arendt nach der Machtübernahme der NSDAP aus Deutschland fliehen muss, ist aus der Liebe eine Feindschaft geworden.
Trotz allem sucht Arendt 1950 wieder den Kontakt zu ihrem ehemaligen Lehrer und Geliebten. Sie versucht zu verstehen wieso Heidegger dem Nationalsozialismus verfallen war und suchte deshalb das Gespräch mit ihm. Mittlerweile ist Hannah Arendt eine bekannte und gefragte Philosophin mit beeindruckendem politischem Engagement, Heidegger hingegen ist durch seine Handlungen in den Hintergrund gerückt und hofft auf eine Versöhnung mit Hannah Arendt.
„Hannah, Versöhnung ist solches, was einen Reichtum in sich birgt, den wir austragen müssen bis an die Kehre, wo die Welt den Geist der Rache verwindet.“
Daraufhin beginnt das Verhältnis erneut, wobei Arendt noch immer versucht herauszufinden was Heidegger bewegt hat sich mit den Nationalsozialisten einzulassen und vor allem ob er sie als Jüdin verraten hat. Ihr ist es wichtig zu wissen ob Heidegger die Beziehung als einfache Affäre angesehen hat, oder ob es für ihn wirklich Liebe ist.

 

Apr
13

arendt-hannah.jpgIn der wieder „aufgewärmten“ Beziehung geht es eindeutig nicht nur um Gefühl. Sie hilft ihm bei der Übersetzung seiner Werke, während er sich viel mit Arendts neuem philosophischem Denken befasst. Doch trotzdem haben beide ganz unterschiedliche Meinungen, was häufig zu Streitigkeiten führt. Beispielsweise nennt Arendt ihn politisch verantwortungslos und er behauptet sie habe ihn verraten. Da Arendt Treue in der Liebe sehr wichtig ist beschäftigt sie sich immer mehr mit dem Denken ihres Lehrers Martin Heidegger und setzt sich unter anderem auch mit seiner Lektüre der antiken Schriften auseinander. Die Differenzen zwischen beiden entstehen dadurch, dass Arendt eher eine politische Stellung vertritt, während Heidegger philosophisch gelassen bleibt.heideggersig300pxw.jpg

Später erzählt Arendt in einem Interview, dass Heidegger ihre erste Liebe gewesen sei. Heidegger gibt später zu, dass Arendt die Inspiration für sein Buch „Sein und Zeit“ gewesen sei.

 

 

 

Apr
13

Aus einem Interview mit Daniel Cohn-Bendit (Die Grünen) auf Welt – Online

[…]

DIE WELT: Zu einem anderen Thema: Hannah Arendt und Martin Heidegger. Können Sie uns das erklären?

CohnBendit: Nein! Aber das ist doch das Schöne im Leben: Liebe und Sex lassen sich philosophisch-rational nicht erklären. Ich sage immer: Hannah Arendt ist die philosophische Madonna. Um von hinten anzufangen – Madonna ist die Frau, die gesagt hat: Ich nehme mir den Mann, den ich will. Ob das Christus ist, den sie in ihrem berühmten Musikvideo vom Kreuz herunternimmt, oder ihr Sportlehrer – oder wer auch immer. Und Hannah Arendt ist eine politische Philosophin, die radikal denken kann, die sich im radikalen Denken als Studentin mit Heidegger misst, die sich total in diesen Mann verliebt – und diese Liebe hat danach immer Bestand gehabt. Sie hat sich fest eingenistet in ihrem Kopf und in ihrem Körper. Es gibt Beziehungen, die sind ganz einfach unerklärlich, und das sollte man akzeptieren.

[…]

(Komplettes Interview Hier zu lesen)

 

 

Aus einem Interview mit dem Historiker Joachim Fest aus Der Zeit

[…]

ZEIT: Sie erzählen in Ihrem Kapitel über Hannah Arendt aber doch von ihrer unglücklichen Liebesaffäre zu ihrem Lehrer Martin Heidegger.

Fest: Die war bereits bekannt! Bei einem Spaziergang mit ihr durch Baden-Baden schaute sie einmal in den Himmel und sagte: »Die Wolken dort oben sind sehr deutsch. Die gibt es in Amerika nicht, so wechselnd, umrisslos und hastig.« Es ist mir unvergesslich geblieben, wie sie hinzufügte: »Ich kenne die Versuchung. Doch mehr als diesen Anblick benötige ich nicht, um ihr zu widerstehen.«

[…]

(Für das komplette Interview Hier klicken)